Sport

Michael Zheng: Erster College-Spieler bei allen vier Grand Slams in einem Studienjahr

Auf einen Blick

Was ist passiert

Columbia-Senior Michael Zheng ist der erste College-Spieler, der sich innerhalb eines Studienjahres für alle vier Grand Slams qualifiziert und erreicht die dritte Runde in Wimbledon.

Warum es wichtig ist

Zhengs Lauf ist der erste dokumentierte Fall eines aktiven College-Studenten, der sich innerhalb eines Studienjahres für alle vier Grand-Slam-Hauptfelder qualifiziert hat. Dies wirft Fragen auf, wie die NCAA-Regeln die Karrieren junger Spieler beeinflussen und ob der Doppelweg aus Ivy-League-Akademik und Profitennis gangbar ist.

Was als Nächstes zu beobachten ist

Zheng trifft auf dem Centre Court in Wimbledon auf den an Nummer drei gesetzten Félix Auger-Aliassime; zudem hat er noch keinen Agenten unter Vertrag genommen, eine Entscheidung, die nach dem Turnier erwartet wird.

Ein Rekord zwischen Klausuren und Flughäfen

Michael Zheng, 22-jähriger Senior an der Columbia University, ist nach Angaben der New York Times der erste College-Spieler, der sich innerhalb eines einzigen Studienjahres für alle vier Grand Slams qualifiziert hat. Der Meilenstein wurde bestätigt, nachdem er die Qualifikation für Wimbledon in Roehampton im Südwesten Londons überstanden und die dritte Runde im All England Club erreicht hatte, wo er auf dem Centre Court auf den an Nummer drei gesetzten Félix Auger-Aliassime aus Kanada treffen sollte.

Zhengs Lauf erforderte es, eine volle Kurslast im Ivy-League-Psychologiestudium mit den Reiseanforderungen der Profitour zu vereinbaren. Die New York Times berichtete, dass er im Januar 2026 nach dem Gewinn seines zweiten aufeinanderfolgenden NCAA-Einzeltitels die Qualifikation für die Australian Open schaffte und in der ersten Runde seinen Landsmann Sebastian Korda in fünf Sätzen besiegte. Durch diese Reise verpasste er den Beginn seines letzten Semesters an der Columbia.

Paris, ein Talar und ein enger Zeitplan

Der Terminkonflikt erreichte im Mai und Juni seinen Höhepunkt. Zheng musste sich entscheiden, ob er an Columbias Abschlussfeier teilnehmen oder die French Open spielen sollte. Laut New York Times packte er seinen Talar ein, bevor er nach Paris reiste, und schlüpfte nach überstandener Qualifikation zwischen den Matches in einen hellblauen Umhang für Fotos. „Wenn ich mein Qualifikationsspiel in der ersten Runde verloren hätte, wäre ich noch rechtzeitig zurückgeflogen, aber dann habe ich am Ende gewonnen”, sagte er der Zeitung nach seinem Erstrundensieg in Wimbledon.

Im selben Monat, erstmals seit dem Kindergarten in New Jersey ohne akademische Verpflichtungen, erkämpfte sich Zheng den Einzug in das Wimbledon-Hauptfeld. Die Times identifizierte ihn als ersten Spieler von Columbia, der seit 1906 einen NCAA-Einzeltitel gewann, und merkte an, dass er derzeit auf Weltranglistenplatz 144 geführt wird.

Fünf-Satz-Überraschung, dann ein Auftritt auf dem Centre Court

In Wimbledon startete Zheng mit einem Fünf-Satz-Sieg über Cameron Norrie, dem am höchsten platzierten britischen Spieler dieses Jahres, den er im entscheidenden fünften Satz im Tiebreak für sich entschied. Anschließend besiegte er Nicolás Mejía aus Kolumbien und stellte damit das Duell mit Auger-Aliassime her. Der Liveblog der New York Times berichtete, dass Auger-Aliassime den ersten Satz dieses Achtelfinalspiels mit 7:6(1) gewann, sechs Asse schlug und 88 Prozent seiner ersten Aufschläge durchbrachte.

Auger-Aliassime ging vor Spielbeginn auf die ungewöhnliche Konstellation ein. „Ein sehr interessanter Werdegang. Ich mag, wie er spielt. Er ist sehr unangenehm, hat eine hohe Tennis-IQ, eine ausgezeichnete Ballkontrolle. Es wird ein hartes Match. Es ist keine Überraschung, dass er in der dritten Runde steht”, sagte er laut New York Times.

Ein Trainerteam über drei Kontinente hinweg

Zhengs Entwicklung wurde von drei Trainern an unterschiedlichen Standorten geprägt. Laut Times ist sein Cheftrainer Ruan Roelofse, ein in Delray Beach, Florida, ansässiger Südafrikaner, der zuvor Chris Eubanks betreute, als dieser Amerikaner das Wimbledon-Viertelfinale erreichte. Zheng fliegt an Wochenenden von New York nach Florida zum Training und erledigt akademische Aufgaben während der Flüge.

An Columbia begleitet ihn sein College-Trainer Howie Endelman in Wimbledon in der Spielerbox. „Gelassenheit, wenn es schiefläuft. Den Mut, sich selbst zu vertrauen und in großen Momenten seine Schläge durchzuziehen. Selbstbewusst aufzuschlagen, wenn er bei Breakbällen hinten liegt”, beschrieb Endelman gegenüber der New York Times Zhengs Stärken. Les Smith, ein Jugendtrainer aus New Jersey, wo Zheng aufwuchs, komplettiert das Team.

Weder Agentur noch Werbeverträge

Zheng hat noch keinen professionellen Agenten. Die Times berichtete, dass nach seinem Sieg über Korda in Australien Anfragen eingingen, er die Angelegenheit jedoch zurückstellte, um nicht gegen NCAA-Regeln zu verstoßen, solange er noch college-mäßig antritt. „Es gab im vergangenen Monat einige Gespräche, eine gewisse Auswahl, aber bisher keine Entscheidungen”, sagte er.

Seiner kommerziellen Zukunft begegnete Zheng wie gewohnt nüchtern. „Ich habe nicht das Gefühl, in einer Lage zu sein, in der mich das beeinflussen würde. Ich bin keine riesige Größe. Es geht jetzt nur ums Tennis. Und ich glaube, das ganze Geld und die Werbeverträge werden später kommen, falls ich dieses Niveau tatsächlich erreiche”, sagte er der New York Times.

Eine Familiengeschichte hinter der Grundlinie

Die Times merkte an, dass Zhengs Eltern vor seiner Geburt in die Vereinigten Staaten einwanderten, um dort ihre höheren akademischen Grade zu erwerben, und nie wieder zurückkehrten. Er wuchs in New Jersey auf und hat mindestens einen Cousin, der in der Nähe lebt und eine Karte für Wimbledon ergattern konnte. Die Zeitung beschrieb ihn als „schlaksige 1,88 Meter”, dessen Aufschlag sich verbessere, aber noch „nur wenige Stufen über einem Standardservice” liege.

Was es in Wimbledon und darüber hinaus zu beobachten gilt

Zhengs Drittrundenmatch gegen Auger-Aliassime wird auf dem Centre Court zu Ende gespielt. Das Ergebnis entscheidet, ob er erstmals in seiner Karriere das Achtelfinale eines Grand Slams erreicht. Unabhängig davon wird die Frage seiner Vertretung in den Wochen nach dem Turnier geklärt werden, wenn die NCAA-Zulassungsbeschränkungen nicht mehr greifen.

Weitere bemerkenswerte Ergebnisse vom 5. Tag in Wimbledon laut Liveblog der Times: Topgesetzter Jannik Sinner, Coco Gauff (7), Jessica Pegula (4), Iva Jović (17), Aryna Sabalenka (1), Naomi Osaka (14) und Novak Djokovic (7) zogen allesamt weiter; Tommy Paul (21) schied aus. Gauff buchte ein Achtelfinalduell mit Belinda Bencic (11), eine Neuauflage ihres Miami-Open-Viertelfinales aus diesem Jahr.

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