Auf einen Blick
Titelverteidiger Argentinien entgeht beim 3:2 nach Verlängerung gegen WM-Debütant Kap Verde nur knapp einer historischen Blamage – entscheidend ist ein abgefälschter Kopfball von Cristian Romero.
Titelverteidiger Argentinien entging gegen Kap Verde mit rund 525.000 Einwohnern der größten Sensation der WM-K.o.-Geschichte, doch der Auftritt wirft vor dem Achtelfinale gegen Ägypten neue Fragen zur Titelverteidigung auf.
Argentinien trifft am 7. Juli im Achtelfinale im Mercedes-Benz Stadium in Atlanta auf Ägypten, während Kap Verde nach dem Erreichen der K.o.-Runde bei seiner ersten WM ausscheidet.
Titelverteidiger übersteht Verlängerungs-Schreck in Miami
Argentinien hat Kap Verde am 3. Juli im Hard Rock Stadium in Miami mit 3:2 nach Verlängerung bezwungen und ist damit in das Achtelfinale der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 eingezogen, wie The Athletic und ein Spielbericht von BBC Sport berichten. Die Titelverteidiger, vor einem Publikum, das laut The Athletic zu rund 90 Prozent aus argentinischen Fans bestand, benötigten in der 111. Minute einen Kopfball von Cristian Romero, der nach einer Ablage von Kap-Verdes Verteidiger Diney Borges ins Tor abgefälscht wurde, um eine chaotische Achtelfinalpartie zu entscheiden.
Messi schreibt WM-Geschichte, bevor Kap Verde zurückschlägt
Lionel Messi brachte Argentinien in der 29. Minute mit seinem siebten Turniertor in Führung – ein Treffer, der seine Gesamtzahl auf 20 WM-Tore erhöhte und ihn zum ersten Spieler machte, der diese Marke erreichte, wie The Athletic berichtete. Argentinien dominierte danach Ballbesitz und Chancen, doch die Partie kippte, als Kap-Verdes Kapitän Ryan Mendes Deroy Duarte bediente, der Argentiniens Torhüter Emiliano „Dibu” Martínez zum Ausgleich vor der Halbzeit überwand.
The Athletics Spielbericht vermerkte, dass Mendes die Partie eine Woche nachdem bekannt geworden war, er werde in Neuseeland wegen des Vorwurfs einer Vergewaltigung von der Polizei ermittelt, bestritt. BBC Sport veröffentlichte ergänzend einen Videoclip mit Highlights von Duartes Ausgleichstor und bezeichnete ihn als ein Tor, das Argentinien schockiert habe.
Vozinha ärgert Argentinien und zwingt in die Verlängerung
Kap-Verdes Torhüter Vozinha, ein 40-Jähriger, der laut The Athletic ohne Vertrag bei einem portugiesischen Zweitligisten ist, hielt mit einer Reihe wichtiger Paraden sein Team im Spiel. Er wehrte Messi im Eins-gegen-Eins ab und lenkte später einen Freistoß des argentinischen Kapitäns mit Mühe zur Seite. Zudem wurde Argentinien nicht mit einem Elfmeter bedacht, nachdem Schiedsrichter und VAR-Review einen Handkontakt des Balles am Arm von Kap-Verdes Verteidiger Pico Lopes nicht ahndeten – The Athletic zufolge hatte der Ball zuvor jedoch Lopes’ Kopf gestreift. Vozinha parierte anschließend einen abgefälschten Messi-Freistoß und erzwang so die Verlängerung.
Lisandro Martínez trifft – und Kap Verde kontert spektakulär
The Athletic berichtete, dass Lisandro Martínez Argentinien zu Beginn der Verlängerung erneut in Führung brachte, doch danach erzielte Kap-Verdes Linksverteidiger Sidny Lopes Cabral aus Sicht der Athletic-Autoren das bislang schönste Tor des Turniers. Von der rechten Seite in den argentinischen Strafraum ziehend, ließ Cabral Mittelfeldspieler Alexis Mac Allister aussteigen und schlenzte den Ball mit dem rechten Fuß in den entfernten oberen Winkel, bevor er zur Feier in die Zuschauerränge kletterte. The Athletic beschrieb die argentinischen Spieler unmittelbar danach als „schockiert”, ihre Körpersprache habe verraten, dass sie eine weitere Wende befürchteten.
Romeros entscheidender Kopfball und ein nervöses Ende
Der Siegtreffer für Argentinien entstand durch eine Messi-Ecke, die Romero erreichte und deren Kopfball nach einer Berührung mit Borges offiziell als Eigentor gewertet wurde, so The Athletic. Auch nach der erneuten Führung war Argentinien auf eine Parade von Martínez angewiesen, die The Athletic als dessen beste des Turniers bezeichnete, und profitierte von einer Abseitsstellung, als Dailon Livramento in der Schlussphase eine Chance aus kurzer Distanz für Kap Verde vergab. The Athletic betonte, dass bei einem Endstand von 3:2 allein das Eigentor die Mannschaften auf der Anzeigetafel getrennt habe – Kap Verde habe das Spiel bis in die Schlussminuten offen gehalten.
Kap Verdes Turnier und was der Sensationversuch verrät
Kap Verde, ein Archipel aus zehn Inseln vor der westafrikanischen Küste mit rund 525.000 Einwohnern, wurde laut The Athletic zur kleinsten Nation, die jemals eine WM-K.-o.-Runde erreichte. Auf Weltranglistenplatz 67 gestartet, hatte das Team das Turnier mit einem 0:0 gegen Spanien eröffnet und sich anschließend mit Unentschieden gegen Uruguay und Saudi-Arabien aus Gruppe H für die K.-o.-Runde qualifiziert. The Guardian hatte im Vorgriff auf das Spiel vermerkt, Kap Verde habe „Spanien und Uruguay auf Distanz gehalten” und wolle dies auch gegen Argentinien versuchen.
Ein Weckruf für den Titelverteidiger
The Athletics James Horncastle wertete das Ergebnis als Warnsignal für die Mannschaft von Lionel Scaloni. Argentinien habe sich „in eine mögliche Demütigung gefügt” und „die Gefahr herausgefordert”, schrieb er und fragte, wie der Titelverteidiger gegen stärkere Gegner bestehen wolle. The Guardian hatte Argentinien vor der Partie als „klaren Favoriten” eingeschätzt und festgehalten, dass La Albiceleste in der Gruppenphase acht Tore erzielt und nur eines kassiert hatte, wobei Messi nach sechs Treffern in drei Spielen vor der Kap-Verde-Partie als Spieler im Fokus galt. Diesen Erwartungen, so die Analyse von The Athletic nach dem Spiel, wurde das Team nicht gerecht.
Messis Meilenstein im Kontext
Messis Führungstor war sein siebtes eigenes Turniertor und brachte ihn auf insgesamt 20 WM-Tore in seiner Karriere – eine Marke, die nach Angaben von The Athletic zuvor kein Spieler erreicht hatte. The Guardian hatte den 39-jährigen Stürmer als „unübertroffen” bei der Entscheidung von Spitzenspielen beschrieben. Auch in einer Partie, in der Argentinien an seine Grenzen gebracht wurde, habe Messi laut The Athletic die entscheidende Ecke getreten, aus der Romeros Siegtor hervorging.
Ausblick: Ägypten in Atlanta
Argentinien trifft am 7. Juli im Achtelfinale im Mercedes-Benz Stadium in Atlanta auf Ägypten, wie The Athletic berichtete. Ägypten hatte die K.-o.-Runde ungeschieden mit einem Sieg und zwei Unentschieden in der Gruppenphase erreicht, wobei Liverpools Stürmer Mohamed Salah zur Verfügung steht, so The Guardian in seinem Vorbericht zum Spieltag. Derselbe Guardian-Beitrag listete Australien gegen Ägypten in Dallas um 14 Uhr ET, Argentinien gegen Kap Verde in Miami um 18 Uhr ET und Kolumbien gegen Ghana in Kansas City um 21:30 Uhr ET als die drei letzten Sechzehntelfinalpartien zum Abschluss der Runde.
Wo die Quellen übereinstimmen – und wo nicht
BBC Sport, The Athletic und The Guardian stimmten bei Spielstand, Spielort und grundlegendem Toreslauf überein. The Athletic lieferte die detailliertesten Angaben, darunter die umstrittene Hand-Szene um Lopes, Vozinhas Paraden und die Abseitsentscheidung, die Argentinien spät vor einem weiteren Gegentor bewahrte. The Guardian rahmte Argentinien vor dem Spiel als klaren Favoriten und Messi als entscheidenden Spieler ein, während The Athletic in der Nachbereitung betonte, dass der Titelverteidiger ernsthaft in Bedrängnis geraten war. The Athletics Bericht wies zudem auf die Ermittlungen gegen Mendes hin, die in der verfügbaren Berichterstattung von BBC und Guardian nicht aufgegriffen wurden.
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