Sport

Mexiko gegen England: Anstoß-Vorverlegung wegen Fansicherheit, nicht Wetter

Auf einen Blick

Was ist passiert

FIFA erwog, das Achtelfinalspiel Mexiko gegen England im Estadio Azteca am Sonntag aus Sicherheitsgründen um sechs Stunden vorzuziehen – nach vier Fan-Toden beim Ecuador-Spiel.

Warum es wichtig ist

Die Gespräche zeigen, dass die FIFA bereit war, organisatorische Abläufe der Sicherheit von Fans unterzuordnen, nachdem vier mexikanische Anhänger während der Feiern zum Ecuador-Spiel gestorben waren. Sie testen zudem die Befugnis des Weltverbands, Spiele in den späteren K.-o.-Runden der WM 2026 kurzfristig zu verlegen.

Was als Nächstes zu beobachten ist

Beobachten Sie den Einsatz von mehr als 17.000 Polizisten am Sonntag in Mexiko-Stadt, die Hinweise der Football Supporters' Association für mitreisende englische Fans sowie die Frage, ob die FIFA-Spitze um Präsident Gianni Infantino künftige Spielverlegungen im Rahmen der Höhere-Gewalt-Klauseln des Turniers förmlich absegnen muss.

FIFA zieht beinahe getroffene Entscheidung zur Spielverlegung zurück

Das WM-Achtelfinale zwischen Mexiko und England im Estadio Azteca wird am Sonntag wie ursprünglich geplant um 18 Uhr Ortszeit (20 Uhr ET; 1 Uhr Montag BST) angepfiffen, nachdem Krisengespräche über eine Vorverlegung der Partie um sechs Stunden abgebrochen wurden. The Athletic berichtete, die FIFA habe intern die Verlegung bereits weitgehend beschlossen, den Kurs jedoch wieder verworfen, nachdem absehbarer Widerstand von sportlicher Seite gekommen sei – unter anderem von Mexikos Cheftrainer Javier Aguirre – sowie von Fans, die sich benachteiligt gefühlt hätten. Ein FIFA-Sprecher erklärte gegenüber The Athletic, der Weltverband habe „keine Bedenken hinsichtlich der Durchführung des Spiels zur ursprünglich angesetzten Uhrzeit“.

Sicherheit, nicht Wetter, trieb die Verlegungsgespräche

The Athletic berichtete, FIFA-Quellen hätten anfangs auf mögliche wetterbedingte Störungen wie Überschwemmungen verwiesen; weitere Recherchen von Quellen, die mit dem Entscheidungsprozess vertraut und anonym sprechen, um ihre Beziehungen zu schützen, hätten jedoch ergeben, dass der eigentliche Treiber die Sicherheit der Anhänger beider Mannschaften gewesen sei. The Athletics Wetterexperte Aaron Mentkowski hatte am Freitag zuvor berichtet, die Vorhersage deute auf einen typischen Sommertag in Mexiko-Stadt hin. The Athletics Darstellung macht deutlich, dass zwischen FIFAs anfänglicher öffentlicher Darstellung und der von den Quellen benannten eigentlichen Sorge ein Widerspruch besteht.

Der Auslöser: Todesfälle nach dem Spiel gegen Ecuador

Die Diskussionen hatten sich nach dem Tod von vier mexikanischen Fans während der Feiern nach dem Achtelfinal-Sieg des Teams gegen Ecuador intensiviert, wie The Athletic berichtete. Die Organisatoren sollen es sich zur obersten Priorität gemacht haben, eine Wiederholung solcher Vorfälle zu verhindern. Beim Spiel gegen Ecuador waren 15.000 Polizisten im Einsatz; die mexikanischen Behörden haben bestätigt, dass für die Sonntagspartie mehr als 17.000 Einsatzkräfte aufgeboten werden. Die Besprechungen hatten sich am Donnerstag beschleunigt, weil Zweifel an der Fähigkeit der lokalen Organisatoren bestanden, einen sicheren Ablauf der Partie zu gewährleisten; ein früherer Anstoß galt vielen Beteiligten als der sicherere Weg. The Athletic berichtete, die Argumentation sei gewesen, dass ein abendlicher Anpfiff – der einen ganzen Tag mit Trinken und Feiern bis in die Partie hineinreichen lasse – die Sorge vor Ausschreitungen in der Nacht nach dem Spiel verstärke.

Logistische Folgen und das Duell Brasilien gegen Norwegen

The Athletic beschrieb „einen chaotischen Tag“, an dem die mit der Logistik in den WM-Spielorten befassten Beteiligten von der fehlenden Klarheit der FIFA überrumpelt worden seien. Auch das andere Achtelfinale am Sonntag zwischen Brasilien und Norwegen im MetLife Stadium sei zeitweise von einer Verlegung bedroht gewesen; die Büros der Gouverneure von New York und New Jersey seien über einen möglichen Anstoß um 16:30 Uhr ET informiert worden, bevor auch dieses Spiel auf seinem ursprünglichen 16-Uhr-Termin bestätigt wurde. Die BBC, die das Spiel Mexiko–England in Großbritannien um 1 Uhr Ortszeit überträgt, sah sich gezwungen, eine eigene Beteiligung an den Gesprächen zurückzuweisen, und erklärte: „Die BBC war nicht in diese Gespräche involviert.“

FIFAs formelle Befugnis, Spiele zu verlegen

Die WM-Ordnung der FIFA für 2026 sieht vor, dass der Weltverband „das Recht hat, ein oder mehrere Spiele (oder die gesamte FIFA WM 26) nach eigenem Ermessen abzusagen, zu verlegen oder an einen anderen Ort zu verlegen, unter anderem aufgrund höherer Gewalt oder aus gesundheitlichen, sicherheits- oder ordnungstechnischen Gründen“. Jede Verlegung eines Turnierspiels muss vom Führungsgremium des Weltverbands abgesegnet werden, dem auch Präsident Gianni Infantino angehört. The Athletic hob hervor, dass die Tatsache, dass diese Gespräche angesichts der logistischen Herausforderungen und der zu erwartenden Kritik überhaupt stattfanden, zeige, wie ernst das Risiko genommen worden sei, das Spiel zur ursprünglich geplanten Uhrzeit auszutragen.

Englands gestörte Vorbereitung

England war am Freitag nach Mexiko-Stadt gereist – einen Tag früher als bei vorherigen Turnierspielen –, um die Vorbereitung zu erleichtern, wie The Athletic berichtete. Einige Mitarbeiter des englischen Verbandes erfuhren von dem Vorschlag einer neuen Anstoßzeit erst durch Medienberichte, die im Laufe des Tages erschienen; auch beim Boarding ihres Flugs aus Kansas City hatte das Team noch keine endgültige Klarheit über den Spieltermin. Für das Hotel der Mannschaft in Mexiko werden Straßenabsperrungen rund um das Gelände erwartet, um Störungen vor dem Spiel zu verhindern – nachdem Ecuador in der Hauptstadt durch Feuerwerk, Gesänge und ausgelassene Feiern vor dem Hotel den Abend über gestört worden war.

Hinweise für mitreisende Anhänger

Die Football Supporters’ Association, die sich mit dem britischen Konsulat in Mexiko abgestimmt hat, hat englischen Fans geraten, den Paseo de la Reforma zu meiden, insbesondere den Bereich um den Engel der Unabhängigkeit. Die Gegend ist vor, während und nach Spielen der Nationalmannschaft häufig ein großer Treffpunkt für mexikanische Fans. Der ecuadorianische Verband hatte Beschwerde wegen der Behandlung seiner Spieler in der Hauptstadt eingelegt und argumentiert, das Verhalten „wird den Grundsätzen von Fairness, Gerechtigkeit und Einheit, die eine Fußball-WM verkörpern sollte, in keiner Weise gerecht“.

Azteca-Geschichte und Heimvorteil

Das Estadio Azteca gilt seit langem als eine der einschüchterndsten Spielstätten im Weltfußball. Mexiko hat in zehn WM-Spielen im Stadion nicht verloren und ist dort seit 2013 ungeschlagen – wobei die meisten Gegner aus dem Concacaf-Raum niedriger eingestuft waren. Die Arena liegt auf 2.240 Metern über dem Meeresspiegel, ein Umstand, der weithin als konditionelle Herausforderung für Gastmannschaften gilt. Der frühere US-Stürmer Charlie Davies sagte The Athletic, er habe nach einem Tor 2009 im Stadion „Münzen, Flaschen und Batterien“ auf sich zufliegen sehen; sein früherer USMNT-Mitspieler Jozy Altidore hat zudem behauptet, ein Fernseher sei einmal auf den Teambus geworfen worden und er selbst sei auf der Bank von einem „Beutel mit Urin“ getroffen worden.

Mexiko auf der Jagd nach dem „fünften Spiel“

Mexikos 2:0-Sieg gegen Ecuador war der erste WM-K.-o.-Erfolg des Landes seit 1986, doch wie The Athletic anmerkte, bleibt der sogenannte quinto partido (fünftes Spiel) – das Scheitern am Einzug ins Viertelfinale seit der Ausrichtung des Turniers vor 40 Jahren – ein aktuelles Thema. Mit dem erweiterten 48er-Format braucht Mexiko nun einen weiteren K.-o.-Sieg, um das Viertelfinale zu erreichen. Cheftrainer Javier Aguirre war in der Verlängerung des mexikanischen Viertelfinales 1986 gegen Westdeutschland mit Rot vom Platz gestellt worden, das im Elfmeterschießen verloren wurde; er kehrte vor diesem Turnier für eine dritte Amtszeit als Nationaltrainer zurück.

Tuchel setzt auf weniger Tempo

In einem separaten Beitrag berichtete The Athletic, Englands Cheftrainer Thomas Tuchel habe seinen Spielern gesagt, sie müssten das Tempo drosseln; er habe Ungeduld und das Pressen in unpassenden Momenten als Schwächen ausgemacht, die vor dem Spiel gegen Mexiko abzustellen seien. Tuchel sagte: „Ich habe das Gefühl, dass wir unser Pressing voll durchziehen. Aber es ist nicht ökonomisch. Wir wählen die Zeitpunkte nicht gut. Und wir gehen zu früh los. Wir gehen los, wenn wir nicht geordnet stehen. Wir sind ungeduldig.“ Er fügte hinzu, England müsse „die Momente mehr verehren“, wenn es den Ball habe, und nicht jeden Angriff überstürzen.

Warum die Einsätze konkret sind

Die Berichterstattung von The Athletic macht deutlich, dass die operativen Einsätze über eine einzelne Partie hinausgehen: Die FIFA hat gezeigt, dass sie bereit ist, ihre Höhere-Gewalt-Klauseln kurzfristig anzuwenden und Spiele zu verlegen, wenn sich die Sicherheitslage ändert – ein Präzedenzfall, der den Umgang mit den späteren Runden eines auf 48 Teams erweiterten Turniers prägen könnte. Für Mexiko ist die Partie zugleich ein Lackmustest für die Ära Aguirre und dafür, ob das Land eine Welle nationalen Stolzes zu kanalisieren vermag, ohne die Vorfälle abseits des Platzes zu wiederholen, die bereits zu einer förmlichen Beschwerde eines Gastverbands geführt haben.

Was am Sonntag zu beobachten ist

The Athletic berichtete, dass der Einsatz von mehr als 17.000 mexikanischen Einsatzkräften die sichtbarste Bewährungsprobe des Sicherheitskonzepts sein wird. Englischen Anhängern wurde geraten, den Bereich um den Engel der Unabhängigkeit auf dem Paseo de la Reforma zu meiden, und rund um das Hotel der englischen Mannschaft werden Straßenabsperrungen erwartet. Ob die FIFA-Spitze einschließlich Infantino künftige Spielverlegungen im Rahmen der Turnierordnung förmlich absegnen muss, wird in den folgenden Runden zur Frage, falls ähnliche Bedenken aufkommen.

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Fragen & Antworten

Why did FIFA consider moving the Mexico vs England game earlier?

According to The Athletic, sources with knowledge of the decision said the primary driver was safety and security for fans of both teams, with weather a secondary concern. The case made internally was that an evening kick-off could allow a day of drinking to bleed into the match and increase post-game risks.

When will the Mexico vs England round-of-16 match be played?

FIFA confirmed the game will go ahead as originally scheduled on Sunday at 6pm local time (8pm ET; 1am Monday BST) at the Estadio Azteca in Mexico City.

What security measures are in place for Sunday's match?

Mexican authorities have confirmed more than 17,000 officers will be deployed, compared with 15,000 for the round-of-32 match against Ecuador. The Football Supporters' Association, which has taken input from the British Consulate in Mexico, has advised England supporters to avoid the area around the Angel of Independence statue on Paseo de la Reforma.

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