Auf einen Blick
Präsident Trump begnadigt elf Männer, die meisten wegen manipulierter Lkw-Abgasanlagen verurteilt. Zudem wird der republikanische Großspender Adam Kidan begnadigt.
Die Begnadigungen löschen bundesrechtliche Verurteilungen wegen Manipulationen an Abgasanlagen von Dieselfahrzeugen und signalisieren einen geringeren Vollzug des Luftreinhalterechts. Zugleich wird die Strafe eines bedeutenden republikanischen Großspenders getilgt.
Achten Sie auf weitere EPA-Regelungen zum Abbau verbleibender Abgas- und Emissionsnormen, mögliche Reaktionen des Kongresses sowie darauf, ob die Begnadigten oder ihre Unternehmen mit zivil- oder landesrechtlichen Klagen rechnen müssen.
Weißes Haus verkündet elf Begnadigungen, darunter Fälle zum Clean Air Act
US-Präsident Donald Trump hat am Freitag elf Personen begnadigt, wie das Weiße Haus bestätigte. Neun von ihnen waren wegen Verstößen gegen den bundesrechtlichen Clean Air Act verurteilt worden, weil sie Abgasreinigungsanlagen von Lastwagen verändert oder außer Funktion gesetzt hatten. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete die Ankündigung unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Weißen Hauses; die New York Times, die Washington Post und Newsweek veröffentlichten eigene Darstellungen, die sich auf dieselbe Quelle im Weißen Haus stützten.
Die Begnadigten im Zusammenhang mit dem Clean Air Act wurden vom Weißen Haus und von Reportern namentlich benannt: Joshua Davis, Matt Geouge, Jonathan Achtemeier, Tim Clancy, Ryan Lalone, Wade Lalone, Barry Pierce, Aaron Rudolf und Mackenzie Spurlock. Bundesanwälte hatten zuvor argumentiert, die Beschuldigten hätten Nachrüstgeräte verkauft oder installiert, die es Dieselfahrzeugen erlaubten, ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Abgassysteme zu fahren, wodurch die Schadstoffemissionen deutlich gestiegen seien.
Trumps Rahmung als „Reparatur am eigenen Auto”
Auf Truth Social konzentrierte sich Trump auf sechs der Männer und deutete die Strafverfolgungen als politisch motivierte Verfolgung unter dem früheren Präsidenten Joe Biden. „Es ist mir eine große Ehre, gerade Begnadigungen für sechs Menschen unterzeichnet zu haben, die von der Biden-Regierung verfolgt wurden und die sich im Gefängnis befanden oder dorthin geschickt werden sollten, weil sie ‚ihr Auto repariert haben’“, schrieb Trump laut Newsweek. Er fügte hinzu: „Auch wenn das lächerlich klingt, ist es dennoch eine Tatsache und Teil der Instrumentalisierung und Dummheit, die unser Land unter vier langen Jahren von Sleepy Joe Biden ertragen musste. ICH SETZE SIE ALLE JETZT SOFORT AUF FREIEN FUSS!”
Die Washington Post und die New York Times berichteten, Trump habe in seinem Social-Media-Beitrag den Ernst der Taten heruntergespielt und das zugrundeliegende Gesetz als Werkzeug gegen politische Gegner dargestellt. Newsweek stellte fest, die Regierung habe die Fälle als Beispiele für „übermäßige Bundesregulierung” geframt; das Weiße Haus erklärte, Trump habe „die Verbraucher von diesen regulatorischen Belastungen befreit”.
Einordnung in die breitere Deregulierungsagenda
Die Begnadigungen am Freitag erfolgten vor dem Hintergrund einer breit angelegten Initiative der Trump-Regierung zum Abbau fahrzeugbezogener Umweltvorschriften. Laut Nikkei Asia hatte die Regierung im Februar die wissenschaftliche Feststellung aufgehoben, dass Treibhausgasemissionen die menschliche Gesundheit gefährden, und die bundesweit geltenden Abgasnormen für Pkw und Lkw gestrichen. Newsweek berichtete, Trump habe zu Wochenbeginn ein Memorandum unterzeichnet, mit dem er der Umweltschutzbehörde EPA mitteilte, dass Amerikaner ihre Fahrzeuge „nach eigenem Ermessen reparieren” dürften.
Die New York Times bezeichnete die Begnadigungen als „jüngsten Schritt der Trump-Regierung, um Gesetze zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Eindämmung gesundheitsschädlicher Luftschadstoffe zu untergraben”. Die Zeitung fügte hinzu, dass „Republikaner und ihre Verbündeten in der Wirtschaft den Vollzug des Clean Air Act als Handelshemmnis und unangemessene Belastung für diejenigen darstellen, die auf Dieselmotoren angewiesen sind“ – eine Rahmung, die Trump in seinem Truth-Social-Beitrag aufgriff. Von Newsweek zitierte Kritiker argumentierten, die zugrundeliegenden Regelungen dienten dazu, Umweltverschmutzung einzudämmen, die öffentliche Gesundheit zu schützen und die langfristigen wirtschaftlichen und ökologischen Kosten des Klimawandels zu adressieren.
Was der Clean Air Act verbietet
Der Clean Air Act, erstmals 1963 verabschiedet und in den folgenden Jahrzehnten deutlich erweitert, ist das zentrale US-Bundesgesetz zur Luftreinhaltung. Er ermächtigt die EPA, Schadstoffe aus Fabriken, Kraftwerken und Kraftfahrzeugen zu regulieren, legt nationale Luftqualitätsstandards fest und verpflichtet Fahrzeughersteller zur Installation von Abgasreinigungssystemen. Nach dem Gesetz ist es grundsätzlich verboten, vorgeschriebene Abgasreinigungssysteme zu entfernen, außer Kraft zu setzen oder zu umgehen. Bundesanwälte haben argumentiert, dass solche Nachrüstgeräte die Emissionen von Schadstoffen, die mit Atemwegserkrankungen, Umweltschäden und Smog in Verbindung stehen, deutlich erhöhen können.
Auch ein republikanischer Großspender wird begnadigt
Zwei der elf Begnadigungen betrafen keine Verurteilungen nach dem Clean Air Act. Sowohl die New York Times als auch die Washington Post berichteten, Trump habe Adam Kidan begnadigt, einen bedeutenden republikanischen Spender, der an Trump und andere Parteigrößen gezahlt hatte. Laut Nikkei Asia und Newsweek war Kidan Vize-Vorsitzender der Staffing Advisory Group; er hatte sich 2005 im Zusammenhang mit dem Kauf einer Flotte von Spielschiffen des Betrugs und der Verschwörung schuldig bekannt und wurde 2006 gemeinsam mit seinem Geschäftspartner, dem später diskreditierten Washingtoner Lobbyisten Jack Abramoff, zu fast sechs Jahren Haft verurteilt. Das Weiße Haus erklärte, Kidan habe seither ein erfolgreiches Personalvermittlungsunternehmen aufgebaut und nach der Verurteilung einen produktiven Lebenswandel geführt.
Die Washington Post bezeichnete Kidan in ihrer Schlagzeile als „Großspender“; die New York Times schrieb, er habe „etwa zweieinhalb Jahre wegen seiner Rolle in einem Betrugsschema“ mit Abramoff im Gefängnis verbüßt, bevor er begnadigt wurde. Newsweek identifizierte den elften Begnadigten als den Ranchbesitzer Jack Harvard, dessen Anwesen laut Weißem Haus für US-Militär- und NATO-Personal kostenlos für Trainingszwecke genutzt worden war; die Regierung machte zunächst keine Angaben zu dem Delikt, wegen dessen Harvard verurteilt worden war.
Wie die Gnadenakte ins Muster des Präsidenten passen
Newsweek bezeichnete die Begnadigungen als „jüngste in einer Reihe von Gnadenakten Trumps in seiner zweiten Amtszeit, die häufig Verbündeten, Prominenten und Personen zugutekamen, deren Fälle zu Trumps grundsätzlicherer Kritik an bundespolizeilichen und regulatorischen Behörden passen”. Das Medium stellte fest, dass sich auf der Begnadigungsliste auch Angeklagte im Verfahren zum Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar 2021 sowie Abtreibungsgegner befunden hätten, und zitierte Kritiker mit der Aussage, solche Begnadigungen „verstärkten das Narrativ politischer Verfolgung und stellten die Legitimität des Justizsystems infrage”.
Was als Nächstes zu beobachten ist
Die Begnadigungen ändern nichts an den zugrundeliegenden Gesetzen; der Clean Air Act und die verbleibenden EPA-Befugnisse auf seiner Grundlage bleiben bestehen. Die Vorgänge werden jedoch voraussichtlich von der EPA herangezogen, wenn sie die Deregulierungsagenda vorantreibt, die Trump im Februar und zu Wochenbeginn skizziert hat. Achten Sie auf weitere behördliche Regelungen zu Diesel-Emissionen und Nachrüstgeräten, mögliche Reaktionen des Kongresses oder Aufsichtsanhörungen sowie darauf, ob betroffene Bundesstaaten eigene Vollzugsmaßnahmen verfolgen. Die Begnadigungen werfen zudem die Frage auf, ob Kidan oder die im Emissionsverfahren Verurteilten mit zivilrechtlicher Haftung rechnen müssen, die durch präsidiale Begnadigungen nicht aufgehoben wird.
Unterschiede und Grenzen der verfügbaren Berichterstattung
Der Bericht von Reuters ließ sich nicht unmittelbar verifizieren; Nikkei Asia, Newsweek, die Washington Post und die New York Times brachten jeweils eigene Zusammenfassungen. Die Washington Post stellte Kidans Rolle als Spender in den Mittelpunkt ihrer Schlagzeilen-Rahmung, während Newsweek den Schwerpunkt auf die Rhetorik der „Verfolgung“ und den Deregulierungskontext legte. Die New York Times betonte die Implikationen für Klima und öffentliche Gesundheit. Keiner der verfügbaren Auszüge nannte die konkreten Haftanstalten, die erkennenden Richter oder die Wiedergutmachungsbeträge im Zusammenhang mit den Clean Air Act-Verurteilten; auch das genaue Jahr von Harveys zugrundeliegender Verurteilung wurde in den vorliegenden Materialien nicht angegeben.
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